Archiv für Januar 2013

Wieder ein Sitz in der Fachschaft für die Kritischen Jurist_innen

Die von uns unterstützte Liste „Kritische Jurist_innen“ hat bei den Fachschaftswahlen 115 Stimmen erhalten, so viele noch nie und damit einen Sitz in der Fachschaft. Danke dafür an alle Wähler_innen! Leider haben die giraffigen Langhälse die absolute Mehrheit, aber die Kritischen Jurist_innen werden weiter kritische Oppositionsarbeit betreiben.
Hier die Ergebnisse im Detail…

Workshop Examen ohne Rep am 26.1.2013

Samstag, 26.1.2013 – Raum RuW 2.101 von 11 bis 16 Uhr (IG Farben Campus) mit Sophie Arndt (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Rechtswissenschaften) und Christine Zedler (Rechtsreferendarin in Darmstadt)

Zwecks Planung bitten wir um eine kurze Anmeldung mit Namen und Fachsemester an akj-frankfurt(ät)gmx.de.

In Kooperation mit dem UNI-Rep Frankfurt am Main

Jahr für Jahr fallen bundesweit fast ein Drittel aller Jura-Studierende durch das Staatsexamen. Zeitgleich boomt der Markt für kommerzielle Repetitorien. Der Eindruck entsteht, dass man das Staatsexamen nur bestehen kann, wenn man mehrere hundert Euro oder sogar noch mehr investiert- sei es durch den Besuch von Repetitorien oder die durch Anschaffung teurer Skripte. Aber wie kann es auch anders gehen?

Immer wieder bereiten sich Jura-Studierende ohne Repetitorien vor. Manche alleine, manche zusammen mit anderen in selbstorganisierten Lerngruppen. Viele dieser „Examen-ohne-Rep“-Studierenden erhalten dabei überdurchschnittlich gute Noten und lernen bei der eigenständigen Vorbereitung, wie man sich selbst organisieren und eigenständig Wissen erarbeiten kann.
Zusammen mit den Referentinnen Christine Zedler und Sophie Arndt, wollen wir einen Workshop veranstalten, der auf viele Fragen rund um das Staatsexamen Antworten liefern soll.

  • Wie gründet man eine Lerngruppe?
  • Wie erstellt man einen Lernplan für das Staatsexamen?
  • Welche alternativen Lernmethoden gibt es?
  • Wie kann man mit einem kritischen Blick das Staatsexamen bewältigen ohne sich vollkommen der „herrschenden Meinung“ anzupassen?

Der Workshop ist dabei nicht nur für kommende Examenskandidat_innen interessant, sondern für alle Studierende, die ihr Studium in die eigenen Hände nehmen wollen.

Hier ein Link zu der Seite Examen ohne Rep, sowie ein Interview zu dem Buch.

Wahlprogramm 2013

1. Studienbedingungen: Für ein gutes Studium und eine gute Uni

Man könnte meinen, die Universität hätte im Westend ihren ersten Campus gebaut: Das großzügig angelegte Gelände ist leider nicht zum Studieren geeignet und schon gar nicht für die Studierendenzahlen, welche die Universität anstrebt. Die Hörsäle sind überfüllt, von der RuW-Bibliothek oder den meisten Tutorien ganz zu schweigen. Das ist kein annehmbarer Zustand! Wir setzen uns für mehr studentische Lernorte ein. Dazu gehören für uns nicht nur mehr Sitzplätze auf dem Campus und insbesondere in der Bibliothek, sondern auch selbstverwaltete Cafés, (wie die seit diesem Semester neu existierende Trinkhalle), sowie studentische Rückzugsräume zum Lernen und Reden. Wenn die Fachbereiche von Bockenheim 2013 komplett umgezogen sind, geht auch der letzte Rest studentischer Kultur in Frankfurt verloren. Vor allem die Mensa wird den größeren Ansturm kaum bewältigen können. Sie ist bereits heute überfüllt, trotz des teuren Essens.

Die Bibliothek ist nicht nur überlaufen – was auch keine Zugangskontrollen besser machen können – sondern gerade im Hinblick auf aktuelle und internationale Literatur nicht ausreichend ausgestattet. Mehr Zeitschriften und mehr Online-Lizenzen sind neben guten Bibliotheken anderer Fachbereiche, sowie der Öffnung von existierenden Gebäuden auf dem Campus, wie z.B. das House of Finance, die einzige Chance für ausreichende Recherchemöglichkeiten. Daneben müssen die Altbestände sortiert werden. Weiter sollen die Prüfungsstrukturen geändert werden, sodass nicht mehr 300 Studierende pro Semester die gleiche Literatur, wegen gleichen Hausarbeitsaufträgen benötigen.

Gute Studienbedingungen schließen für uns auch eine gute Vorbereitung auf das Staatsexamen ein. Deshalb setzen wir uns für die Stärkung der Examensvorbereitung außerhalb kommerzieller Repetitorien (UniRep, Lerngruppen, etc.) ein. Darüber hinaus fordern wir ein Verbot von Werbung für kommerzielle Repetitorien auf dem Campus.

Unmittelbaren Einfluss auf die Lernbedingungen haben auch die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Daher setzen wir uns für eine angemessene Vergütung und faire Arbeitsverträge aller auf dem Campus Beschäftigen ein.

2. Jura in Frankfurt: Für einen kritischen Fachbereich

Unser Fachbereich steht für eine kritische Perspektive auf das Recht: das umfangreiche Grundlagenstudium erlaubt, sich umfassend mit dem Recht in allen seinen Facetten auseinander zu setzen, die Kriminologie versteht Kriminalität als gesellschaftliches Phänomen und nicht als Folge persönlicher Verfehlungen; im Zivilrecht werden Privatautonomie und private Sphäre mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und Rolle konfrontiert; im öffentlichen Recht werden Grundrechtseingriffe als freiheitsbeschränkend zurückgewiesen.

Doch diese kritischen Perspektiven drohen aufgrund der Umgestaltung des Fachbereichs unterzugehen, wie nicht erst letztes Semester durch die Diskussion um das House of Finance zu beobachten war. Professuren mit kritischer Ausrichtung werden durch angepasstere Wissenschaftler_innen ersetzt. Dem Fachbereich fehlt es schlicht an einer ernsthaften Diskussion über seine Ausrichtung. Als kritische Jurist_innen wollen wir die kritischen Perspektiven in unserem Fachbereich erhalten, uns vor allem in den Berufungskommissionen für diese Ziele einsetzen und das Angebot um neue Ansätze ergänzen. Unsere Idee ist das Etablieren von law clinics für Asylsuchende und Strafgefangene und von autonomen Tutorien, die an anderen Fachbereichen schon lange Tradition haben.

3. Fachschaftsarbeit: Für eine transparente und aktive Interessensvertretung

In der Fachschaft, in der wir erst seit vorletztem Jahr vertreten sind, lief und läuft einiges schief. Streitereien und noch zu beseitigendes Chaos aus den Vorjahren ließ wenig Raum für produktives studentisches Arbeiten. Im nächsten Jahr wollen wir die Fachschaft nicht nur als reine Servicedienstleistung für die Studierenden begreifen, sondern als wirkliche Interessenvertretung, die gegenüber dem Dekanat und dem Präsidium auch handlungs- und durchsetzungsfähig ist. Im Fokus unserer Arbeit steht deshalb: die Studienbedingungen für die Studierenden zu verbessern und mit der Fachschaft rechtspolitische Veranstaltungen zu organisieren.

4. Klausurensammlung: Für eine Überführung in studentische Hand

Die Klausurensammlung besteht schon seit vielen Jahren an der Universität Frankfurt, gehört aber mittlerweile keiner Fachschaftsgruppe mehr. Auch die Giraffen – obwohl sie damit auf Stimmenfang gehen – haben mit der Klausurensammlung nichts mehr zu tun. Wir fordern die Überführung der Klausurensammlung in studentische Hand: sprich unter die Verantwortung der Fachschaft.

Hierfür braucht die Klausurensammlung auch endlich einen neuen Raum auf dem I.G.-Farben-Campus. Wir setzen uns darüber hinaus für eine Digitalisierung der Klausurensammlung ein, um damit das Wissen für alle frei zur Verfügung zu stellen.

5. Mitbestimmung: Für eine demokratische Hochschule

Die Hochschule muss ein demokratischer Raum sein. Hierfür ist es unerlässlich, dass alle Gruppen an der Universität Mitbestimmungsrechte haben und Schranken, sowie Zugangshindernisse an der Universität abgebaut werden. Wir fordern deshalb, dass in allen Fachbereichsgremien alle Statusgruppen (Studierende, Professor_ innen, Wissenschaftliche Mitarbeiter_innen und das Personal) gleichberechtigte Stimmanteile besitzen.

Zu einer demokratischen Hochschule gehören auch transparent arbeitende Gremien. Die Universität muss gerade in ihrer Verwaltung dafür sorgen, dass alle Studierenden die Möglichkeit haben Einblick in aktuelle Geschehnisse, Angebote und Diskussionen zu erhalten.

Wir setzen uns für den Abbau der Überwachungsstrukturen an der Universität ein. Dazu gehören die Kameras an den Eingängen der Gebäude und der Zaun um den Campus, der diesen künstlich von der Stadt abtrennen soll.