17.01.2018 – Allgemeine Rechtslehre und Marxismus (Vortrag mit Ingo Elbe)

Wie kann eine marxistische Rechtskritik aussehen? Diese Frage stellte sich mit besonderer Dringlichkeit, als die junge Sowjetunion sich darüber klar werden musste, wie sie sich zum Recht verhalten soll. Bei Marx finden sich zum Recht allenfalls beiläufige Erörterungen, etwa Marx‘ bekannte Kritik der Menschenrechte in seiner Schrift „Zur Judenfrage“. Eine ausgearbeitete Rechtstheorie hat er hingegen nicht entwickelt. Einen Versuch, diese Lücke zu schließen, unternahm Jewgeni Paschukanis mit seiner Schrift „Allgemeine Rechtslehre und Marxismus“.

Dabei interessiert sich Paschukanis weniger für die konkreten Ausprägungen des Rechts, als für eine Bestimmung seiner abstrakt-allgemeinen Form: der Rechtsform. In welchem Verhältnis steht zudem diese Rechtsform zur bürgerlichen Subjektivität? Was ist das der Rechtsform entsprechende Rechtssubjekt? Nicht zuletzt stellt sich für Paschukanis auch eine zentrale Frage marxistischer Rechtstheorie: Was passiert mit dem Recht nach der Revolution? Die Antwort von Paschukanis ist eindeutig: Langfristig werde das Recht absterben. „Den Übergang zum entwickelten Kommunismus stellt sich Marx folglich nicht als einen Übergang zu neuen Rechtsformen vor, sondern als ein Absterben der juristischen Form als solcher, als eine Befreiung von diesem Erbe der bürgerlichen Epoche, dem es beschieden ist, die Bourgeoisie selbst zu überleben.“

Wir freuen uns sehr, dass wir Ingo Elbe – der aktuell die Interdisziplinäre Gastprofessur für kritische Gesellschaftsforschung an der Justus-Liebig-Universität in Gießen innehat – für eine Einführung in das Werk von Jewgeni Paschukanis gewinnen konnten. Einen Schwerpunkt seiner Forschungsarbeit bildet die Rechtsphilosophie und er hat in verschiedenen Sammelbänden und Zeitschriften über das Werk von Paschukanis publiziert.

Mittwoch, 17. Januar 2018, 19-21 Uhr im Café Koz


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