Archiv für Juni 2018

25.6.2018 – Die neuen Polizeigesetze in Bayern und NRW

Der neue Grundrechtereport 2018 (http://www.grundrechte-report.de/2018/), den wir als AKJ im Rahmen des Bundesarbeitskreises kritischer Juragruppen auch mit herausgeben, ist da!

Fazit: Der Staat ist der eigentliche Gefährder.

Passend dazu laden wir gemeinsam mit der DGB Jugend Frankfurt ein zu einer Veranstaltung zu den neuen Polizeigesetzen in Bayern und NRW. Diese sind ein weiterer Angriff auf den Rechtsstaat und Teil einer gefährlichen, autoritären Staatsentwicklung.

In Bayern gab es große Demonstrationen und Kundgebungen gegen das bereits vom bayerischen Landtag verabschiedete „Polizeiaufgabengesetz“, in NRW stehen diese gegen das geplante Gesetz „zur Stärkung der Sicherheit in Nordrhein-Westfalen“ noch an.

Dazu haben wir zwei ausgewiesene Experten eingeladen:
- Den Münchener Rechtsanwalt Mathes Breuer (https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-404093.html)
- Den Düsseldorfer Rechtsanwalt Jasper Prigge
(https://www.jasperprigge.de/gesetzesentwurf-im-nrw-landtag-es-droht-der-polizeistaat/)

Sie werden uns erzählen, worum es in diesen Gesetzen geht, was ihre Kritik daran ist und wie der Protest dagegen aussieht.

Montag, 25. Juni 2018, 18:30 – ca. 21:30
DGB Jugendclub U68
Untermainkai 67,
60329 Frankfurt am Main

7. Juni 2018 – Sexismus in der Jura- Ausbildung

„Der E genügt das Haushaltsgeld, welches sie von B erhält, nicht mehr. Um weiterhin mit ihren Freundinnen die ausladenden Sektfrühstücke im Hotel Adlon genießen zu können, nimmt sie bei der S-Bank einen „Hausfrauenkredit“ in Höhe von 20.000 Euro auf.“ Auszug aus einem Fall zur Vorbereitung auf das Erste Juristische Staatsexamen.“ Auszug aus einem Fall zur Vorbereitung auf das Erste Examen.

Solche sexistischen Stereotypisierungen in Examensfällen sind leider keine Seltenheit und nur die Spitze des Eisbergs. In unserer Veranstaltung wollen wir anhand von üblichen juristischen Fallkonstellationen sowie den vergeschlechtlichten Strukturen an den juristischen Fakultäten über die Reproduktion von sexistischen und binären Geschlechterordnungen in Lehre und Forschung der Rechtswissenschaft diskutieren, eine fehlende Auseinandersetzung damit problematisieren und verdeutlichen, dass diese Strukturen Diskriminierung und Ausschluss in der Ausbildung/ den Fakultäten erzeugen.

Laura Jacobs von der Uni Hamburg wird über die Studie „(Geschlechter)rollenstereotype in juristischen Ausbildungsfällen“ referieren. Diese verdeutlicht, dass im Großteil der Examensfälle Frauen unterrepräsentiert bleiben, oft nicht als eigenständige sondern von Männern abhängige Personen dargestellt und durch weitere Zuschreibungen wie Berufslosigkeit, Berufe, Namen, Verhaltensweisen sexistische Stereotype reproduzieren.

Außerdem wird PD Dr. Katharina Mangold auf einer allgemeineren Ebene auf das Objektivitätsverständnis und die Dominanz der Dogmatik in der Rechtswissenschaft eingehen und verdeutlichen, wie dadurch die notwendige Auseinandersetzung mit feministischen/ gesellschaftswissenschaftlichen Inhalten zu kurz kommt. Sie wird sich auch mit ungleichen Examensbewertungen sowie personellen Strukturen an juristischen Fakultäten befassen.

In der Veranstaltung soll es neben der Kritik am bestehenden Ausbildungsbetrieb auch um mögliche Alternativen und Gegenmaßnahmen gehen.

Schon vorab ist auf den Blog „Juristenausbildung. Üble Nachlese“ zu verweisen, der die genannten Probleme und das mangelnde Problembewusstsein anekdotisch veranschaulicht.
https://juristenausbildung.tumblr.com/

Donnerstag, 7. Juni, 19-21 Uhr

Raum RuW 1.303
Gebäude Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften
IG-Farben Campus (Campus Westend)
Goethe Universität Frankfurt am Main