Archiv der Kategorie 'Uni-Wahlen'

Wahlen 2015

Die Liste „Kritische Jurist_innen“ konnte im Fachschaftsrat zwei Sitze und im Fachbereichsrat einen Sitz erringen. Wir sind damit die zweitgrößte Gruppe in den Gremien. Vielen Dank für eure Stimmen und euer Vertrauen!

Unser Wahlprogramm für die Fachschaftswahlen und Fachbereichsrat findet ihr unter dem Punkt Uni-Wahlen. Wir werden uns auch dieses Jahr wieder an dessen Umsetzung machen.

Uni-Wahlen 2014 – jetzt wählen gehen und mitbestimmen!

Wahlbanner 2014

Aktive aus dem akj treten wieder zu den Fachschaftsrats- und Fachbereichratswahlen am Fachbereich 01 als Liste Kritische JuristInnen an. Das Wahlprogramm und weitere Infos zu den Wahlen findest du hier

Wählen kannst du übrigens bis zum 22. Januar 2014 per Brief oder von Montag, 27.01. bis Mittwoch, 29.01. zwischen 9 und 15 Uhr im RuW-Foyer und am Donnerstag (30.01.) von 11 bis 15 Uhr in der Mensa Casino (nicht Anbau). Alles was du dafür benötigst sind 3 Minuten Zeit und deine Goethe-Card.

Wieder ein Sitz in der Fachschaft für die Kritischen Jurist_innen

Die von uns unterstützte Liste „Kritische Jurist_innen“ hat bei den Fachschaftswahlen 115 Stimmen erhalten, so viele noch nie und damit einen Sitz in der Fachschaft. Danke dafür an alle Wähler_innen! Leider haben die giraffigen Langhälse die absolute Mehrheit, aber die Kritischen Jurist_innen werden weiter kritische Oppositionsarbeit betreiben.
Hier die Ergebnisse im Detail…

Wahlprogramm 2013

1. Studienbedingungen: Für ein gutes Studium und eine gute Uni

Man könnte meinen, die Universität hätte im Westend ihren ersten Campus gebaut: Das großzügig angelegte Gelände ist leider nicht zum Studieren geeignet und schon gar nicht für die Studierendenzahlen, welche die Universität anstrebt. Die Hörsäle sind überfüllt, von der RuW-Bibliothek oder den meisten Tutorien ganz zu schweigen. Das ist kein annehmbarer Zustand! Wir setzen uns für mehr studentische Lernorte ein. Dazu gehören für uns nicht nur mehr Sitzplätze auf dem Campus und insbesondere in der Bibliothek, sondern auch selbstverwaltete Cafés, (wie die seit diesem Semester neu existierende Trinkhalle), sowie studentische Rückzugsräume zum Lernen und Reden. Wenn die Fachbereiche von Bockenheim 2013 komplett umgezogen sind, geht auch der letzte Rest studentischer Kultur in Frankfurt verloren. Vor allem die Mensa wird den größeren Ansturm kaum bewältigen können. Sie ist bereits heute überfüllt, trotz des teuren Essens.

Die Bibliothek ist nicht nur überlaufen – was auch keine Zugangskontrollen besser machen können – sondern gerade im Hinblick auf aktuelle und internationale Literatur nicht ausreichend ausgestattet. Mehr Zeitschriften und mehr Online-Lizenzen sind neben guten Bibliotheken anderer Fachbereiche, sowie der Öffnung von existierenden Gebäuden auf dem Campus, wie z.B. das House of Finance, die einzige Chance für ausreichende Recherchemöglichkeiten. Daneben müssen die Altbestände sortiert werden. Weiter sollen die Prüfungsstrukturen geändert werden, sodass nicht mehr 300 Studierende pro Semester die gleiche Literatur, wegen gleichen Hausarbeitsaufträgen benötigen.

Gute Studienbedingungen schließen für uns auch eine gute Vorbereitung auf das Staatsexamen ein. Deshalb setzen wir uns für die Stärkung der Examensvorbereitung außerhalb kommerzieller Repetitorien (UniRep, Lerngruppen, etc.) ein. Darüber hinaus fordern wir ein Verbot von Werbung für kommerzielle Repetitorien auf dem Campus.

Unmittelbaren Einfluss auf die Lernbedingungen haben auch die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Daher setzen wir uns für eine angemessene Vergütung und faire Arbeitsverträge aller auf dem Campus Beschäftigen ein.

2. Jura in Frankfurt: Für einen kritischen Fachbereich

Unser Fachbereich steht für eine kritische Perspektive auf das Recht: das umfangreiche Grundlagenstudium erlaubt, sich umfassend mit dem Recht in allen seinen Facetten auseinander zu setzen, die Kriminologie versteht Kriminalität als gesellschaftliches Phänomen und nicht als Folge persönlicher Verfehlungen; im Zivilrecht werden Privatautonomie und private Sphäre mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und Rolle konfrontiert; im öffentlichen Recht werden Grundrechtseingriffe als freiheitsbeschränkend zurückgewiesen.

Doch diese kritischen Perspektiven drohen aufgrund der Umgestaltung des Fachbereichs unterzugehen, wie nicht erst letztes Semester durch die Diskussion um das House of Finance zu beobachten war. Professuren mit kritischer Ausrichtung werden durch angepasstere Wissenschaftler_innen ersetzt. Dem Fachbereich fehlt es schlicht an einer ernsthaften Diskussion über seine Ausrichtung. Als kritische Jurist_innen wollen wir die kritischen Perspektiven in unserem Fachbereich erhalten, uns vor allem in den Berufungskommissionen für diese Ziele einsetzen und das Angebot um neue Ansätze ergänzen. Unsere Idee ist das Etablieren von law clinics für Asylsuchende und Strafgefangene und von autonomen Tutorien, die an anderen Fachbereichen schon lange Tradition haben.

3. Fachschaftsarbeit: Für eine transparente und aktive Interessensvertretung

In der Fachschaft, in der wir erst seit vorletztem Jahr vertreten sind, lief und läuft einiges schief. Streitereien und noch zu beseitigendes Chaos aus den Vorjahren ließ wenig Raum für produktives studentisches Arbeiten. Im nächsten Jahr wollen wir die Fachschaft nicht nur als reine Servicedienstleistung für die Studierenden begreifen, sondern als wirkliche Interessenvertretung, die gegenüber dem Dekanat und dem Präsidium auch handlungs- und durchsetzungsfähig ist. Im Fokus unserer Arbeit steht deshalb: die Studienbedingungen für die Studierenden zu verbessern und mit der Fachschaft rechtspolitische Veranstaltungen zu organisieren.

4. Klausurensammlung: Für eine Überführung in studentische Hand

Die Klausurensammlung besteht schon seit vielen Jahren an der Universität Frankfurt, gehört aber mittlerweile keiner Fachschaftsgruppe mehr. Auch die Giraffen – obwohl sie damit auf Stimmenfang gehen – haben mit der Klausurensammlung nichts mehr zu tun. Wir fordern die Überführung der Klausurensammlung in studentische Hand: sprich unter die Verantwortung der Fachschaft.

Hierfür braucht die Klausurensammlung auch endlich einen neuen Raum auf dem I.G.-Farben-Campus. Wir setzen uns darüber hinaus für eine Digitalisierung der Klausurensammlung ein, um damit das Wissen für alle frei zur Verfügung zu stellen.

5. Mitbestimmung: Für eine demokratische Hochschule

Die Hochschule muss ein demokratischer Raum sein. Hierfür ist es unerlässlich, dass alle Gruppen an der Universität Mitbestimmungsrechte haben und Schranken, sowie Zugangshindernisse an der Universität abgebaut werden. Wir fordern deshalb, dass in allen Fachbereichsgremien alle Statusgruppen (Studierende, Professor_ innen, Wissenschaftliche Mitarbeiter_innen und das Personal) gleichberechtigte Stimmanteile besitzen.

Zu einer demokratischen Hochschule gehören auch transparent arbeitende Gremien. Die Universität muss gerade in ihrer Verwaltung dafür sorgen, dass alle Studierenden die Möglichkeit haben Einblick in aktuelle Geschehnisse, Angebote und Diskussionen zu erhalten.

Wir setzen uns für den Abbau der Überwachungsstrukturen an der Universität ein. Dazu gehören die Kameras an den Eingängen der Gebäude und der Zaun um den Campus, der diesen künstlich von der Stadt abtrennen soll.

Erster Wahlinfostand im RuW

Am Dienstag, 11.12.2012 stellen wir uns zwischen 12 und 14 Uhr im RuW-Foyer mit einem Infostand vor. Neben Infos zu unserer Gruppe und unserem Wahlprogramm gibt es auch leckeren Tee und Rumrosinen. Schau doch mal vorbei!

Wahlprogramm 2012

1. Stu­di­en­be­din­gun­gen: Für ein gutes Stu­di­um und eine gute Uni

Man könn­te mei­nen, die Uni­ver­si­tät hätte im Wes­tend ihren ers­ten Cam­pus ge­baut: Das groß­zü­gig an­ge­leg­te Ge­län­de ist lei­der nicht zum Stu­die­ren ge­eig­net und schon gar nicht für die Stu­die­ren­den­zah­len, wel­che die Uni­ver­si­tät an­strebt. Die Hör­sä­le sind über­füllt, von der RuW-​Bi­blio­thek oder den meis­ten Tu­to­ri­en ganz zu schwei­gen. Das ist kein an­nehm­ba­rer Zu­stand! Wir set­zen uns für mehr stu­den­ti­sche Lern­or­te ein. Dazu ge­hö­ren für uns nicht nur mehr Sitz­plät­ze auf dem Cam­pus und ins­be­son­de­re in der Bi­blio­thek, son­dern auch selbst­ver­wal­te­te Cafés, stu­den­ti­sche Rück­zugs­räu­me zum Ler­nen und Reden. Die Bi­blio­thek ist nicht nur über­lau­fen, son­dern ge­ra­de im Hin­blick auf ak­tu­el­le und in­ter­na­tio­na­le Li­te­ra­tur nicht aus­rei­chend aus­ge­stat­tet.

Nicht nur die Lern­be­din­gun­gen ste­hen in der Kri­tik, auch die Ar­beits­be­din­gun­gen für die An­ge­stell­ten der Uni­ver­si­tät sind pre­kär. Wir wol­len, dass Stu­die­ren­de, die als Hilfs­kräf­te oder Tu­to­r_in­nen ar­bei­ten, aber auch alle an­de­ren Mit­ar­bei­ter_in­nen an der Uni­ver­si­tät (von dem Per­so­nal in den Ca­fe­te­ri­en, über die Rei­ni­gungs­kräf­te bis zu den An­ge­stell­ten der Bi­blio­thek) eine an­ge­mes­se­ne Ver­gü­tung und faire Ar­beits­ver­trä­ge er­hal­ten.

2. Jura in Frank­furt: Für einen kri­ti­schen Fach­be­reich

Unser Fach­be­reich steht für eine kri­ti­sche Per­spek­ti­ve auf das Recht: das um­fang­rei­che Grund­la­gen­stu­di­um er­laubt, sich um­fas­send mit dem Recht in allen sei­nen Fa­cet­ten aus­ein­an­der zu set­zen, die Kri­mi­no­lo­gie ver­steht Kri­mi­na­li­tät als ge­sell­schaft­li­ches Phä­no­men und nicht als Folge per­sön­li­cher Ver­feh­lun­gen; im Zi­vil­recht wer­den Pri­vat­au­to­no­mie und pri­va­te Sphä­re mit ihrer ge­sell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung und Rolle kon­fron­tiert; im öf­fent­li­chen Recht wer­den Grund­rechts­ein­grif­fe als frei­heits­be­schrän­kend zu­rück­ge­wie­sen.

Doch diese kri­ti­schen Per­spek­ti­ven dro­hen auf­grund der Um­ge­stal­tung des Fach­be­reichs un­ter­zu­ge­hen. Pro­fes­su­ren mit kri­ti­scher Aus­rich­tung wer­den durch an­ge­pass­te­re Wis­sen­schaft­ler_in­nen er­setzt. Dem Fach­be­reich fehlt es schlicht an einer grund­le­gen­den Dis­kus­si­on über seine Aus­rich­tung. Als kri­ti­sche Ju­ris­t_in­nen wol­len wir die kri­ti­schen Per­spek­ti­ven in un­se­rem Fach­be­reich er­hal­ten, um neue An­sät­ze er­gän­zen und uns vor allem in den Be­ru­fungs­kom­mis­sio­nen für diese Ziele ein­set­zen.

3. Fach­schafts­ar­beit: Für eine trans­pa­ren­te und ak­ti­ve In­ter­es­sens­ver­tre­tung

Im letz­ten Jahr waren wir zum ers­ten Mal in der Fach­schaft ver­tre­ten. Was wir vor­fan­den, war ein Chaos. Die Fach­schafts­grup­pen, die schon über Jahre dort ver­tre­ten sind, hat­ten ei­ni­ges an Ar­beit un­er­le­digt ge­las­sen. Wir haben uns in der Fach­schaft dafür ein­ge­setzt, dass die Fach­schaft sich zu­nächst ein­mal selbst or­ga­ni­sie­ren konn­te, wir haben ver­sucht Ver­feh­lun­gen aus der Ver­gan­gen­heit auf­zu­ar­bei­ten, beim Auf­bau der Home­page sowie dem E-​Mail Ver­tei­ler mit­ge­wirkt und un­se­re For­de­run­gen ge­gen­über dem De­ka­nat kennt­lich ge­macht. Im nächs­ten Jahr wol­len wir die Fach­schaft nicht nur als reine Ser­vice­dienst­leis­tung für die Stu­die­ren­den be­grei­fen, son­dern als wirk­li­che In­ter­es­sen­ver­tre­tung, die ge­gen­über dem De­ka­nat und dem Prä­si­di­um auch hand­lungs-​ und durch­set­zungs­fä­hig ist. Im Fokus un­se­rer Ar­beit steht des­halb: die Stu­di­en­be­din­gun­gen für die Stu­die­ren­den zu ver­bes­sern und mit der Fach­schaft rechts­po­li­ti­sche Ver­an­stal­tun­gen zu or­ga­ni­sie­ren.

4. Klau­su­ren­samm­lung: Für eine Über­füh­rung in stu­den­ti­sche Hand

Die Klau­su­ren­samm­lung be­steht schon seit vie­len Jah­ren an der Uni­ver­si­tät Frank­furt, ge­hört aber mitt­ler­wei­le kei­ner Fach­schafts­grup­pe mehr. Auch die Gi­raf­fen – ob­wohl sie damit auf Stim­men­fang gehen – haben mit der Klau­su­ren­samm­lung nichts mehr zu tun. Wir for­dern die Über­füh­rung der Klau­su­ren­samm­lung in stu­den­ti­sche Hand: sprich unter die Ver­ant­wor­tung der Fach­schaft. Hier­für braucht die Klau­su­ren­samm­lung auch end­lich einen neuen Raum auf dem I.G.-​Far­ben-​Cam­pus. Wir set­zen uns dar­über hin­aus für eine Di­gi­ta­li­sie­rung der Klau­su­ren­samm­lung ein, um damit das Wis­sen für alle frei zur Ver­fü­gung zu stel­len.

5. Mit­be­stim­mung: Für eine de­mo­kra­ti­sche Hoch­schu­le

Die Hoch­schu­le muss ein de­mo­kra­ti­scher Raum sein. Hier­für ist es un­er­läss­lich, dass alle Grup­pen an der Uni­ver­si­tät Mit­be­stim­mungs­rech­te haben und Schran­ken, sowie Zu­gangs­hin­der­nis­se an der Uni­ver­si­tät ab­ge­baut wer­den. Wir for­dern des­halb, dass in allen Fach­be­reichs­gre­mi­en alle Sta­tus­grup­pen (Stu­die­ren­de, Pro­fes­sor_in­nen, Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­ter_in­nen und das Per­so­nal) gleich­be­rech­tig­te Stimm­an­tei­le haben. Zu einer de­mo­kra­ti­schen Hoch­schu­le ge­hö­ren auch trans­pa­rent ar­bei­ten­de Gre­mi­en. Die Uni­ver­si­tät muss ge­ra­de in ihrer Ver­wal­tung dafür sor­gen, dass alle Stu­die­ren­den die Mög­lich­keit haben Ein­blick in ak­tu­el­le Ge­scheh­nis­se, An­ge­bo­te und Dis­kus­sio­nen zu er­hal­ten.

Wir set­zen uns für den Abbau der Über­wa­chungs­struk­tu­ren an der Uni­ver­si­tät ein. Dazu ge­hö­ren die Ka­me­ras an den Ein­gän­gen der Ge­bäu­de und der Zaun um den Cam­pus, der die­sen künst­lich von der Stadt ab­tren­nen soll.

6. Rechts­po­li­tik: Für ein po­li­ti­sches Rechts­stu­di­um

Wir ver­ste­hen das Ju­ra-​Stu­di­um als ein po­li­ti­sches Stu­di­um, schließ­lich haben wir es in un­se­rem Stu­di­en­all­tag jeden Tag mit po­li­ti­schen Ver­fah­ren, Grund­rechts­ver­stö­ßen und struk­tu­rel­ler Ge­walt zu tun: Recht selbst ist po­li­tisch. Hier­zu ge­hört dann aber auch, dass wir uns mit Po­li­tik aus­ein­an­der­set­zen. Wir möch­ten zu einer Po­li­ti­sie­rung bei­tra­gen, indem wir – wie bis­her schon et­li­che Male – in­halt­li­che Ver­an­stal­tun­gen und au­to­no­me Tu­to­ri­en an­bie­ten. Viele The­men, die im Ju­ra-​Stu­di­um zu kurz kom­men, wol­len wir the­ma­ti­sie­ren, dar­un­ter zum Bei­spiel: Mi­gra­ti­ons-​ und Flücht­lings­recht, Ge­fäng­nis­kri­tik, Da­ten­schutz, Ur­he­ber­recht, Kri­mi­no­lo­gie, Men­schen­rech­te und fe­mi­nis­ti­sche Rechts­per­spek­ti­ven.

Über uns:

Wir sind die Fach­schafts­grup­pe, die sich aus dem ar­beits­krei­ses kri­ti­scher ju­ris­t_in­nen (akj) ge­bil­det hat. Der akj exis­tiert seit den 80er Jah­ren an der Uni Frank­furt. Wir möch­ten im Stu­di­um nicht nur die „herr­schen­de Mei­nung“ wie­der­käu­en, son­dern uns kri­tisch mit dem Recht und der Recht­spre­chung aus­ein­an­der­set­zen. Für uns ist das Recht kein blo­ßes An­wen­dungs­ma­te­ri­al von Rechts­nor­men – des­halb ge­nügt uns das Aus­wen­dig­ler­nen von Prü­fungs­sche­ma­ta und Mei­nungs­streits als Stu­di­um nicht. Viel­mehr ist das Recht ein grund­le­gen­des Mo­ment von Herr­schaft in un­se­rer Ge­sell­schaft und be­darf daher einer ge­sell­schafts­po­li­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung.

Wir tref­fen uns wö­chent­lich um mit­ein­an­der über ak­tu­el­le Rechts­strei­tig­kei­ten zu dis­ku­tie­ren, Texte zu lesen und Ver­an­stal­tun­gen zu or­ga­ni­sie­ren. Wir gehen aktiv gegen Re­pres­si­on vor, indem wir Hand­lun­gen von Po­li­zei und Ge­rich­ten kri­tisch be­ob­ach­ten und staat­li­ches Fehl­ver­hal­ten in die Öf­fent­lich­keit tra­gen. Dar­über hin­aus un­ter­stüt­zen wir uns ge­gen­sei­tig im Stu­di­um, denn ge­ra­de so­li­da­ri­sches Ver­hal­ten un­ter­ein­an­der kommt in einem durch Leis­tungs­druck be­stimm­ten Stu­di­um lei­der zu kurz.

Wahl­pro­gramm 2011

Unser Wahlprogramm zu den Fachbereichswahlen im Februar 2011

1. Ex­amen ohne Rep

Das Staats­ex­amen am Ende un­se­res Stu­di­ums wirkt be­droh­lich. Aus Angst die Ab­schluss­prü­fun­gen nicht zu be­ste­hen, ren­nen viele Stu­die­ren­de in viel zu teure pri­va­te Re­pe­ti­to­ri­en. Diese stel­len eine zu­sätz­li­che so­zia­le Hürde für das Stu­di­um dar, weil der Ein­druck ent­steht, dass man das Stu­di­um ohne einem er­höh­ten fi­nan­zi­el­len Auf­wand nicht meis­tern könn­te des­we­gen leh­nen wir auch Wer­bung an der Uni für pri­va­te Re­pe­ti­to­ri­en ab.

Als akj un­ter­stüt­zen wir das neue uni­ver­si­tä­re Re­pe­ti­to­ri­um und for­dern den Aus­bau des Klau­su­ren­kur­ses für eine op­ti­ma­le und selbst­stän­di­ge Ex­amens­vor­be­rei­tung. Denn ge­ra­de die Stu­die­ren­den, die sich ei­gen­stän­dig auf die Prü­fun­gen vor­be­rei­ten, er­zie­len am Ende gute Er­geb­nis­se und ler­nen dabei sich selbst zu or­ga­ni­sie­ren.

Diese Pro­zes­se wol­len wir un­ter­stüt­zen, indem wir auf das Wis­sen un­se­res bun­des­wei­ten stu­den­ti­schen Ju­ra-​Netz­wer­kes – dem Bun­des­ar­beits­kreis kri­ti­scher Ju­ra­grup­pen – zu­rück­grei­fen wie dem ge­ra­de frisch auf­ge­leg­ten Buch „Ex­amen ohne Re­pe­ti­to­ri­um“. Wir wol­len Work­shops or­ga­ni­sie­ren, bei denen Ex­amens­ab­sol­ven­tin­nen und -​ab­sol­ven­ten über ihre Er­fah­run­gen ohne Rep be­rich­ten, Tipps und Tricks wei­ter­ge­ben und euch dar­über er­mu­ti­gen, euch selbst zu or­ga­ni­sie­ren.

2. Tu­to­ri­en und ei­ge­ne In­hal­te

Wir for­dern die Ab­schaf­fung der Tu­to­ri­ums­an­mel­dun­gen. Jedes Se­mes­ter wird die An­mel­dung zu den Tu­to­ri­en ir­gend­wann frei­ge­schal­tet und am nächs­ten Mor­gen sind viele Tu­to­ri­en be­reits über­füllt. Da sich nach der drit­ten Wo­chen meis­tens oh­ne­hin die Tu­to­ri­en wie­der lee­ren bzw. über­füll­te Tu­to­ri­en wegen guten Tu­to­r_in­nen über­füllt blei­ben, ist der Nut­zen die­ser An­mel­dungs­ver­fah­ren zwei­fel­haft.

Au­ßer­dem for­dern wir die Ein­füh­rung von au­to­no­men Tu­to­ri­en, wie es sie be­reits an an­de­ren Fach­be­rei­chen gibt. Viele The­men kom­men in un­se­rem Stu­di­um zu kurz oder wer­den gar nicht an­ge­spro­chen. Wir wol­len den Raum dafür schaf­fen, dass Stu­die­ren­de ei­ge­ne Tu­to­ri­en mit ei­ge­nen In­hal­ten an­bie­ten kön­nen und dafür ent­lohnt wer­den.

3. Grup­pen­prak­ti­kum

Wir wol­len für in­ter­es­sier­te Stu­die­ren­de ein Grup­pen­prak­ti­kum an­bie­ten. Dabei su­chen wir ver­schie­de­ne Prak­ti­kums­plät­ze bei An­wäl­tin­nen und An­wäl­ten, bei Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen und Ver­bän­den. Die teil­neh­men­den Prak­ti­kan­t_in­nen wech­seln wäh­rend den vier Wo­chen zwi­schen den an­ge­bo­te­nen Prak­ti­kums­stel­len und tref­fen sich zum Er­fah­rungs­aus­tausch und zur Dis­kus­si­on mit Ex­per­tin­nen und Ex­per­ten zu ver­schie­de­nen rechts­po­li­ti­schen The­men.

4. Forum Recht

Das Forum Recht ist die stu­den­ti­sche Ju­ra-​Zei­tung rund um den Bun­des­ar­beits­krei­ses kri­ti­scher Ju­ra­grup­pen. In der bun­des­wei­ten Re­dak­ti­on kommt viel ju­ris­ti­sches Fach- und Er­fah­rungs­wis­sen zu­sam­men, das sich in den viel­fäl­ti­gen Pu­bli­ka­tio­nen wi­der­spie­gelt. Mit der vier mal im Jahr er­schei­nen­den Zei­tung Forum Recht wer­den stu­den­ti­sche Ju­ra-​Be­lan­ge, ak­tu­el­le Rechts­po­li­tik und in­ter­dis­zi­pli­nä­re Be­trach­tun­gen in die Ju­ra-​Fa­kul­tä­ten ge­tra­gen. Hin­zu­kom­men das in­zwi­schen zum Klas­si­ker avan­cier­te „Erst­sems­ter­heft“ und das Buch zur Selbst­hil­fe „Staats­ex­amen ohne Rep“. Der akj setzt sich dafür ein, dass die­ser stu­den­ti­sche Wis­sens­fun­dus auch an un­se­rer Uni leich­ter zu­gäng­lich wird, indem das Erst­se­mest­er­heft zu einem fes­ten Be­stand­teil des Er­sti-​Will­kom­men-​Pa­kets wird und sons­ti­ge Pu­bli­ka­tio­nen in der Bib frei er­hält­lich sind.

5. Rechts­po­li­ti­sche Ver­an­stal­tun­gen

Wir wol­len auch wei­ter­hin rechts­po­li­ti­sche Dis­kus­si­ons­run­den und Ver­an­stal­tun­gen mit span­nen­den Re­fe­ren­t_in­nen an­bie­ten. Eine Aus­ein­an­der­set­zung mit po­li­ti­schen In­hal­ten ist für unser Stu­di­um wich­tig. Wir wol­len uns daher z.B. mit The­men wie Bür­ger­rech­ten, Da­ten­schutz, An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­rech­ten, Rechts­theo­rie, Kri­mi­no­lo­gie, Fe­mi­nis­ti­sche Rechts­wis­sen­schaft etc. be­schäf­ti­gen.

6. Be­ru­fungs­kom­mis­sio­nen

Immer wie­der wer­den Be­ru­fungs­kom­mis­sio­nen für die Nach­be­set­zung von Pro­fes­su­ren ein­be­ru­fen – doch lei­der blei­ben die stu­den­ti­schen Ver­tre­ter*innen die­sen Sit­zun­gen oft fern. Als akj wol­len wir uns aktiv und kon­struk­tiv an die­sen be­tei­li­gen und für die Be­ru­fung ge­sell­schafts­kri­tisch re­flek­tier­ter Pro­fes­so­rIn­nen ein­tre­ten, die die kri­ti­sche Tra­di­ti­on an un­se­rem Fach­be­reich fort­füh­ren und ein span­nen­des Schwer­punkt­stu­di­um er­mög­li­chen.

7. Gegen die Über­wa­chung auf dem Cam­pus

Auf un­se­rem Cam­pus be­fin­den sich an vie­len Stel­len Ka­me­ras, Ein­lass­kon­trol­len und stu­den­ti­sche Pla­ka­te und Flyer wer­den (im Ge­gen­satz zu kom­mer­zi­el­len Ma­te­ria­li­en) meis­tens ohne Be­grün­dung ent­fernt. Bei den Schließ­fä­chern der RuW-​Bi­blio­thek, im Ca­si­no, im HRZ sowie im „Haus des Gel­des“ (House of Fi­nan­ce) wer­den wir alle mit Ka­me­ras täg­lich über­wacht. Wir set­zen uns gegen die Über­wa­chung auf dem Cam­pus ein und wol­len ein frei­heit­li­ches und re­pres­si­ons­frei­es Stu­di­en­um­feld.

8. Trans­pa­renz im Fach­be­reich

Uns fehlt in der bis­he­ri­gen Ar­beit der Fach­schaft die Trans­pa­renz. Nie­mand weiß so genau, was die Fach­schaft ei­gent­lich macht, In­for­ma­tio­nen be­kommt man nur, wenn man die rich­ti­gen Per­so­nen kennt. Wir wol­len das än­dern. Auch wenn euch un­se­re Fach­schafts­ar­beit und un­se­re In­hal­te nicht ge­fal­len, sollt ihr we­nigs­tens wis­sen was ihr zu kri­ti­sie­ren habt. Durch öf­fent­li­che Sit­zun­gen, E-​Mail News­let­ter, eine Home­page und Flyer wol­len wir euch re­gel­mä­ßig in­for­mie­ren. Au­ßer­dem sind wir für mehr Trans­pa­renz der Fach­be­reichs­ver­wal­tung. Stu­die­ren­de sol­len bes­ser über die ak­tu­el­len Ge­scheh­nis­se, An­ge­bo­te und Dis­kus­sio­nen ihres Fach­be­reichs in­for­miert wer­den.

9. Für eine de­mo­kra­ti­sche Hoch­schu­le

Die Fach­schafts­ar­beit soll­te sich nicht nur auf den Fach­be­reich be­schrän­ken. In der Uni-​Po­li­tik wer­den wir uns für eine so­zia­le Öff­nung der Hoch­schu­le und gegen jede Form von Stu­di­en­ge­büh­ren ein­set­zen, stär­ke­re de­mo­kra­ti­sche Be­tei­li­gungs­rech­te für Stu­die­ren­de for­dern, für ein selbst­be­stimm­tes Stu­di­um ein­tre­ten und uns auch für eine bes­se­re Be­zah­lung für die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter an der Uni­ver­si­tät ein­set­zen.

10. Ver­schö­ne­rung des Foy­ers

Das Foyer im RuW ist der zen­tra­le Ort für Ju­ra­stu­die­ren­de. Hier kom­men wir jeden Tag vor­bei und quat­schen mit un­se­ren Kom­mi­li­to­nIn­nen. Doch sehr an­spre­chend und ein­la­dend ist das Foyer nicht ge­stal­tet, statt­des­sen herrscht eine kühle, kli­ni­sche, akus­tisch un­an­ge­neh­me At­mo­sphä­re. Daher set­zen wir uns für eine Ver­schö­ne­rung des Foy­ers ein.

11. Klau­su­ren­samm­lung in stu­den­ti­sche Hand über­füh­ren

Wer kennt sie nicht, die Klau­su­ren­samm­lung. In­zwi­schen ist diese all­seits be­kann­te Ein­rich­tung nicht mehr von Stu­dent+innen or­ga­ni­siert. Damit wird eine ge­wach­se­ne stu­den­ti­sche Struk­tur zu­neh­mend der stu­den­ti­schen Mit­be­stim­mung ent­zo­gen. Wir un­ter­stüt­zen die For­de­rung nach einem Raum der Klau­su­ren­samm­lung auf dem IG Far­ben Cam­pus und for­dern dar­über hin­aus die Über­füh­rung der Samm­lung in stu­den­ti­sche Hand, damit trans­pa­rent und de­mo­kra­tisch über die Or­ga­ni­sa­ti­on die­ser Samm­lung ent­schie­den wer­den kann.

12. Ge­müt­li­ches selbst­ver­wal­te­tes Café

Es gibt im RuW kei­nen Ort, an dem man sich in Pau­sen ge­müt­lich hin­set­zen und einen preis­wer­ten Kaf­fee trin­ken kann. Weder das Stu­den­ten­werk noch das Foyer oder das bis­he­ri­ge Fach­schaft­s­café laden zum ge­müt­li­chen Bei­sam­men­sein ein. Daher setz­ten wir uns für die An­schaf­fung von be­que­men Cou­ches sowie einem ein­la­dend ge­stal­te­ten sowie durch­ge­hend of­fe­nen selbst­ver­wal­te­ten Café ein, wie es sie z.B. schon in der Psy­cho­lo­gie, Phi­lo­so­phie oder bei den Ge­sell­schafts­wis­sen­schaf­ten gibt.

Wahl­pro­gramm 2011 Druck­fas­sung (PDF)